Können wir digitale Kommunikationsmethoden normalisieren?

Ich soll in die Zeitschrift! Und jetzt denke ich natürlich darüber nach, wie ich diese Chance dazu nutzen kann, wirklich etwas zu sagen. Vielleicht sogar etwas zu ändern. Nicht nur über neue Formen der Zusammenarbeit zu reden, sondern sie praktisch zu zeigen. 

Ich werde einen Hashtag erwähnen, durch den die Leser mit mir und einander in Kontakt kommen können. Während mir nichts besseres einfällt, ist das #ankeholstwir. Ich werde meine Pläne, Beratung, Workshops und Veranstaltungen anzubieten, erwähnen. 

Auch hier gibt es schon Beratung und Workshops zu digitaler Kommunikation. Was habe ich also in meinen Kursen anders gemacht?

Ich bestehe darauf, dass die Leute, die von mir Rat wollen, schon selbständig den ersten Schritt machen, damit ich weiß, dass ich bei 0 anfangen kann und  nicht bei minus Hundert. Wenn ich nämlich erst meine Zeit damit verbringen muss, Fragen zu beantworten, die schon beantwortet sind, kann ich vielleicht mehr Geld abrechnen, bekomme aber auch ganz schnell graue Haare. 

Also bestehe ich darauf, dass jede/r Teilnehmer/in schon einmal online kommuniziert hat. Die Plattform hängt da vom Thema ab, aber Standard wird Twitter sein. Ja, immer noch. Denn man kann immer noch einen Hashtag in eine Suchmaschine eingeben und bekommt je nach Situation die Resultate von Twitter als eines der ersten Ergebnisse.

Und so haben wir schon eine ganze Liste von Fragen beantwortet.

Aber die Datensicherheit! Die ist gegeben, weil man genau so viel persönliche Informationen eingibt, wie man es will. Man kann sogar anonym sein – dann wissen die anderen aber nicht, mit wem sie reden. Mein Thema ist ja die produktive Vernetzung und Zusammenarbeit, nicht das Verstecken hinter Anonymität. Aber wenn du das willst: Sicher, tu es. Ansonsten ist da immer noch weniger Info als auf einer Visitenkarte, und bewahrt man die in einem Safe auf?

Aber ich habe keinen Twitter Account! Dann registrieren Sie sich, ist gar nicht so schwierig.

Aber mein Chef sagt, es ist verboten! Ein Grund, mit dem Chef zu reden. Was gibt es da für Ängste, die wir vielleicht durch fundierte Informationen bekämpfen können? 

Aber ich habe keine Zeit für sowas! Wieviel Zeit verbringen Sie damit, Medien zu konsumieren? Wieviel mit Emails? Nehmen Sie von beidem ein Drittel* und Sie haben mehr als genug Zeit. Selbst anders zu reden ist nur eine Seite der neuen Kommunikation. Das Finden und Konsumieren von Medien, die für uns relevant sind, ist eine andere wichtige Kompetenz.

Aber wir machen das hier nicht! Das wäre vielleicht ok, wenn Sie sich hinter einer Mauer verstecken könnten. (Keine Anspielungen!) Sie sind aber Teil einer Region, die den Anspruch hat, weltoffen und modern zu sein. Ihre Kunden schauen auch darauf, was Sie online machen. Wenn sich da in den letzten 20 Jahren nichts bewegt hat, sieht das für keinen gut aus. 

Aber ich bin alt! HAHA ich auch. 

Und so weiter.

Auf dieser Grundlage können wir produktiv miteinander reden. Wie finde ich Inhalte, was sage ich, wenn ich meinem Publikum vertraue; wie bin ich selbst ein Publikum, dem vertraut werden kann. Wie arbeiten wir online zusammen, statt die neuen Kanäle nur als Lautsprecher zu nutzen und über das zu reden, was schon passiert ist?

Über diese Themen redet man in herkömmlichen Kursen kaum, weil man gar nicht dazu kommt, wenn man erst das grundlegende Verständnis schaffen muss: Hier fängt das wahre Lernen erst an.

*kein absolutes Maß, ich heiße ja nicht John Stepper. 

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