Anke Holst sieht Menschliches im Digitalen
sieht Menschliches im Digitalen

Der kleine Unterschied zwischen Collaboration und Social Collaboration

In einem anderen Artikel habe ich zugegeben, dass ich keine Spezialistin in allen Unterkompetenzen der acht Grundkompetenzen bin. Für mich ist es ganz normal, dass man nicht auf allen Gebieten vertiefte Kenntnisse haben kann.

Das Gebiet, auf dem ich vertiefte Kenntnisse habe, ist das Thema der social Collaboration. Zusammenarbeit, die dadurch, dass man sozial verknüpft ist, eine neue Dimension annimmt.

Zusammenarbeit, die nur passiert, wenn man den anderen oder die andere braucht, ist eine Sache. Sie kann innerhalb oder außerhalb von Teams und Organisationen stattfinden, man sucht sich Hilfe und bekommt seine Antwort. Das ist für Außenstehende nicht sichtbar, nur, wenn das Ergebnis da ist, sieht man, wer daran beteiligt war.

Manchmal.

Und dann ist die Verbindung wieder weg. Außer, man pflegt sie, oder es gibt einen “social event”, wo sich andere darum kümmern, unsere Beziehungen aufrecht zu erhalten. Das sind dann oft Frauen und die Männer denken, es ist weniger wichtig als die “richtige Arbeit”.

Social Collaboration heißt, dass wir unsere Verbindungen nicht auflösen, nachdem wir den Hörer aufgelegt haben. Die Werkzeuge dazu sind vielfältig und folgen Trends – je nachdem, wie sich das Bewusstsein über ihre Existenz und damit das Kaufverhalten entwickelt.

Es gibt eine große Anzahl von Plattformen, die diesen Zweck erfüllen sollen. Von kleinen bis zu ganz großen – IBM hat eine eigene entwickelt und sie letztes Jahr verkauft. Zur Zeit geht die Entwicklung dahin, alles mit einander zu integrieren und zusammen einzuführen. Das führt oft dazu, dass diese Werkzeuge in der großen Innovationswelle untergehen. Yammer, zum Beispiel, war sehr erfolgreich (obwohl der Name ja im deutschen Raum eher ungünstig war) und ist aufgekauft worden. Jetzt ist es ein kleiner Teil von Microsoft. Diese Werkzeuge sind aber nur nützlich, wenn Menschen sie auch nutzen. Also müssen diese Menschen wissen, wozu sie gut sind. Also muss man darüber reden, gute Vorbilder haben, sie mit Intelligenz und Integrität einführen, denn man will ja, das Leute sie mit Intelligenz und Integrität nutzen.

Damit Wissen für alle, die es brauchen, wenn sie es brauchen da ist.

Das alles ist eine riesengroße Veränderung in einer Organisation. Eine Community aufzubauen und zu gestalten. Menschen sollen sich anders verbinden, ihr Wissen anders teilen, Kontakte anders halten, anders kommunizieren. Chefs sollen anders mit ihren Mitarbeitern umgehen, die Mitarbeiter anders mit ihren Chefs umgehen.

All diese Dinge sind integral für unser Selbstverständnis und unser Verständnis von unserer Arbeit, unserer Organisation, unserem Leben. Sie werden sich also nicht einfach so von selbst verändern.

Weil das aber mit neuer Technologie einhergeht und so alles unter “digital” eingestuft wird, wird sich oft mit dieser menschlichen Seite gar nicht beschäftigt.

Der Sinn der 8 Kompetenzen ist vielleicht einfach, dass Führungskräfte ein Verständnis dafür entwickeln, wie viel an “Digitalisierung” gar nicht mit Computern zu tun hat, und diese Themen jetzt angehen.

Leave a comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *