Anke Holst Collaboration Culture Consultant
Collaboration Culture Consultant

Den Nutzen demonstrieren können wir nur zusammen

Das Schreiben dieser Blog Posts wird schwieriger, das merke ich gerade. Vielleicht ist das gut, vielleicht wird die Qualität dann auch besser. (Ich hatte überlegt, alles von vor ein paar Jahren in die Tonne zu hauen, aber das will ich auch nicht. Ich werde wohl so nach und nach die schlimmsten Ungereimtheiten ausbessern.)

Aber ich will die alten Sachen auch stehen lassen. Alles, was ich über die Persönlichkeitskulte um John Stepper und New Work gesagt habe, bewahrheitet sich ja jetzt.

Aber zu einem anderen Thema. Oder ist es das gleiche?

Im Radio hörte ich gestern ein Interview mit Herbert Kubicek. Der Informatik-Professor am Institut für Informationsmanagement Bremen (ifib) und Vorstandsmitglied der Stiftung Digitale Chancen in Berlin sprach über Senioren und ihre Nutzung digitaler Werkzeuge.

Er sagte, dass Neues ganz einfach angenommen wird, wenn der Nutzen demonstriert werden kann. Das gilt für alles, auch eine Gehhilfe wird leichter angenommen, wenn man sieht, wie jemand anders damit beweglicher und unabhängiger ist.

Das hat mich an die frühen Tage der offenen Social Collaboration erinnert. Als die Konferenzen Hashtags hatten und alle Teilnehmer*innen im realen Raum, auf einem Bildschirm oder an eine Wand projiziert, in realer Zeit Inhalte sehen konnten, die über diese Veranstaltung erschienen sind. Man konnte so zielgerichtet auf Menschen zugehen, die etwas beitrugen, was in dem Moment relevant war. Man konnte auch danach mit diesen Menschen in Kontakt bleiben, eine Beziehung pflegen, dadurch, dass man weiter über das, was einem wichtig war, redete. Dabei zu sein war in dem Moment sinnvoll, da brauchte man auch keine Armee von Beratern oder Kurse, man weiß ja eigentlich, dass es Menschen um einen herum gibt, die man fragen kann, wenn man nicht weiter kommt.

Wenn der Wille da ist, lernt man das ganz schnell.

Und so etwas müsste und könnte man wieder machen. Man könnte dahin gehen, wo Menschen zusammen kommen, und den Dingen eine zusätzliche Dimension geben. Jede Veranstaltung, die NUR Video und einen vergänglichen Chat bietet, ist eine verpasste Chance.

Man könnte ein gutes Beispiel geben und zumindest die eigenen Veranstaltungen als Lernerlebnis gestalten.

So etwas müsste man als Community entscheiden, das kann ich nicht im Alleingang. Leider sind aber die Menschen, die in MV in solchen Positionen sind, das Kompetenzzentrum und das Zukunftszentrum leiten und Veranstaltungen über digitale Kompetenzen abhalten, selbst nicht online sichtbar. Ich muss davon ausgehen, dass sie selbst den Nutzen von offenem und vernetztem Arbeiten nicht verstanden haben. Und ich kann bei ihnen nicht einmal einen Termin bekommen. So laufen dann auch weiterhin Veranstaltungen ab, ohne wirklich etwas zu verändern.

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